Prof. Ingo Meller

Leipzig, 2018

In ihrer zeichnerischen Arbeit überträgt und vergrößert Ines Spanier kleinste Strukturen fotografischer Vorlagen mittels Blei- und Buntstift zu Flächen einer strukturellen bildnerischen Erscheinung auf einem großformatigen Papier. Zeichnerisch verselbständigen sich die einzelnen Strukturen in Ansammlungen zu definierbaren Flächen, die auf dem Papier einen jeweiligen Ort bilden und in ihrem Zusammenspiel zu einem offenen bildnerischen Zusammenhang finden hinter dem Entscheidungen der Zeichnerin stehen, die sie während ihrer Arbeit immer wieder fällt. Bemerkenswert ist die stetige Arbeit von Ines Spanier, mit der sie in getriebener Langsamkeit ihre zeichnerische Tätigkeit im Laufe des zweijährigen Meisterschülerstudiums zu einem Bild entwickelte. Ein Bild, das beim ersten Erfassen eine Ansammlung von Flächen zu thematisieren scheint und so seine zeichnerische Feinstruktur erst einmal unterläuft, um dann, bei näherer Betrachtung, die zeichnerische Arbeit an der feinen Struktur, die die Flächen hervorbringt und befragt, in den Vordergrund zu stellen. Ines Spanier ist eine sehr selbständige Künstlerin, die ganz in ihrer Arbeit aufgeht, mit ihr innig verwoben ist. Sie kann nicht anders als zu zeichnen und so zu zeichnen wie sie das tut.